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Sonntag, 25. September 2016

Was bisher geschah...



Vorbereitungsseminar


Anfang August ging es für zwei Wochen nach Niederbronn-les-Bains, eine kleine Stadt im Elsass, um mich gemeinsam mit ca. 40 weiteren Freiwilligen des ICEs auf mein Auslandsjahr vorzubereiten.

Dort habe ich auch meine Mitfreiwillige Pia kennengelernt, meine zukünftige Kollegin, entgegen meiner Hoffnung ebenfalls Deutsche, aber Gott sei Dank echt nett und super cool.

Wir haben wirklich wichtige Informationen bekommen, ein französisches Konto eröffnet, einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht, etc., aber wirklich vorbereitet gefühlt haben wir uns danach immer noch nicht. Zum einen ist es vermutlich unmöglich, sich für so einen großen Schritt vorbereitet zu fühlen, zum anderen haben uns immer noch so einige zum Teil recht wichtige Informationen über unser zukünftiges Leben gefehlt.

Nichtsdestotrotz freue ich mich rückblickend sehr, dort gewesen zu sein. Es war eine schöne Zeit mit tollen Leuten und eine interessante Erfahrung, vom Workcamp auf dem Bau, was wirklich Spaß gemacht hat, bis zu den 30 Stunden Französischunterricht, die wir über uns ergehen lassen mussten.




Erste Tage in Lille

Mit meinen vier Gepäckstücken bin ich am 31.8. nach 12 Stunden Reise und dreimal Umsteigen am Bahnhof Lille-Flandres angekommen und wurde von Pia und zwei Studenten mit dem Auto abgeholt.

Ich wohne hier im Studentenwohnheim in einer Art 12-Personen-WG. Ich habe mein eigenes ca. 9 qm großes Zimmer mit Waschbecken, Kühlschrank und Mikrowelle. Toiletten, Duschen, ein Gemeinschaftsraum und eine kleine Küche werden geteilt.


mein Zimmer mit Ausblick auf den Campus

Bettzeug wurde uns zum Glück gleich mitgegeben; an allem anderen hat es uns die ersten Tage gefehlt. Später haben wir aus dem „Ressort International“ etwas Geschirr, Geschirrhandtücher und Kochutensilien bekommen. Trotzdem mussten wir uns so einige Einrichtungsgegenstände selbst kaufen. Vermutlich ist diese einmalige Investition der Preis dafür, dass wir relativ viel Geld bekommen. So sicher ist allerdings noch nichts, da uns besagte zum Teil recht wichtige Informationen immer noch fehlen.

Was mir auch weiterhin fehlt, ist eine aktivierte Bankkarte. In der hiesigen Bankfiliale bin ich deshalb schon so oft, dass manche Angestellte gleich wissen, wer ich bin und was mein Problem ist. Aber ich bin optimistisch. Schließlich habe ich mittlerweile sogar schon die Bankkarte (inklusive Rechtschreibfehler), mir fehlt „nur“ noch der Pincode, um sie zu aktivieren und zu benutzen. Das Ganze wäre allerdings nur halb so dramatisch gewesen, wenn ich meine deutsche Bankkarte mitgenommen hätte.

Ein Glück haben wir wenigstens genug Zeit, uns um all diese komplizierten Dinge zu kümmern, denn von Arbeit werden wir wirklich nicht gerade erdrückt. Die Franzosen lassen es eben mal wieder entsprechend aller Klischees langsam angehen und brauchen erstmal ein paar Wochen, um sich von ihren Sommerferien zu erholen. Zum Zwecke der allgemeinen Verwirrung wurden außerdem sämtliche Jobs der Professoren vertauscht und so einige wichtige Mitarbeiter sind noch im Urlaub.

Umso positiver sieht es allerdings in unserem Privatleben aus. Die Leute im Norden sind super offen  und gastfreundlich. Wir haben schon unglaublich viele Leute kennengelernt und es kommt wirklich keine Langeweile auf.


La Braderie

Eigentlich findet in Lille (schon seit dem 12. Jahrhundert) jedes Jahr am ersten Wochenende im September die „Braderie“ statt, der größte Flohmarkt Europas, der sich über die gesamte Innenstadt erstreckt und ziemlich bekannt ist. Unsere Vorfreude wurde allerdings enttäuscht, denn dieses Jahr wurde er aufgrund der Terrorgefahr abgesagt. Lediglich in den Geschäften gab es viele Rabatte. Ich habe es natürlich trotzdem geschafft, mich in zwei Teile zu verlieben, die nicht reduziert waren. Es war trotzdem ganz lustig. In der Innenstadt war viel los, wir waren mit zwei Mädels aus dem Cafet‘ unterwegs und haben die obligatorischen Moules-frites gegessen. Sehr lecker.

"Was nutzen dir Pommes, wenn du keine Muscheln hast"
Diese Berge an Muschelschalen wurden im Laufe des Tages noch größer.
Nicht das schönste Geschirr, aber immerhin haben wir noch einen Tisch ergattert.


Le Jardin Électronique

Le Jardin Électronique war ein Electrofestival im Jardin des Plantes, Eintritt gratis, Hautbemalungen „à prix libre“.






                      
Les journées du patrimoine

Übersetzt in etwa „die Tage des Kulturguts“ bedeuteten: freier Eintritt in viele Museen, gratis Führungen in Kirchen, Veranstaltungen, Konzerte und, am Samstagabend, ein Feuerwerk über dem Rummel, der zurzeit in der Stadt ist. Bei letzterem musste ich vor allem an die Tiere im Zoo nebenan denken (dessen Eintritt übrigens ganzjährig kostenfrei ist).
 
Für uns war es perfekt, gleich am Anfang unseres Aufenthaltes in Lille so einen schönen Einblick in die Stadt zu bekommen. Einigen Einrichtungen werde ich auch definitiv noch mindestens einen zweiten Besuch abstatten. 

Außerdem hat uns an dem Wochenende eine Freundin besucht, die wir beim Vorbereitungsseminar kennengelernt haben und die ihren Dienst in einer Arche unweit von Calais leistet.



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