Vorbereitungsseminar
Anfang August ging es für zwei Wochen nach
Niederbronn-les-Bains, eine kleine Stadt im Elsass, um mich gemeinsam mit ca.
40 weiteren Freiwilligen des ICEs auf mein Auslandsjahr vorzubereiten.
Dort habe ich auch meine Mitfreiwillige Pia kennengelernt,
meine zukünftige Kollegin, entgegen meiner Hoffnung ebenfalls Deutsche, aber
Gott sei Dank echt nett und super cool.
Wir haben wirklich wichtige Informationen bekommen, ein
französisches Konto eröffnet, einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht, etc., aber
wirklich vorbereitet gefühlt haben wir uns danach immer noch nicht. Zum einen
ist es vermutlich unmöglich, sich für so einen großen Schritt vorbereitet zu
fühlen, zum anderen haben uns immer noch so einige zum Teil recht wichtige
Informationen über unser zukünftiges Leben gefehlt.
Nichtsdestotrotz freue ich mich rückblickend sehr, dort
gewesen zu sein. Es war eine schöne Zeit mit tollen Leuten und eine
interessante Erfahrung, vom Workcamp auf dem Bau, was wirklich Spaß gemacht
hat, bis zu den 30 Stunden Französischunterricht, die wir über uns ergehen
lassen mussten.
Erste Tage in Lille
Mit meinen vier Gepäckstücken bin ich am 31.8. nach 12
Stunden Reise und dreimal Umsteigen
am Bahnhof Lille-Flandres angekommen und wurde von Pia und zwei Studenten mit
dem Auto abgeholt.
Ich wohne hier im Studentenwohnheim in einer Art
12-Personen-WG. Ich habe mein eigenes ca. 9 qm großes Zimmer mit Waschbecken,
Kühlschrank und Mikrowelle. Toiletten, Duschen, ein Gemeinschaftsraum und eine
kleine Küche werden geteilt.
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| mein Zimmer mit Ausblick auf den Campus |
Bettzeug wurde uns zum Glück gleich mitgegeben; an allem
anderen hat es uns die ersten Tage gefehlt. Später haben wir aus dem „Ressort
International“ etwas Geschirr, Geschirrhandtücher und Kochutensilien bekommen.
Trotzdem mussten wir uns so einige Einrichtungsgegenstände selbst kaufen.
Vermutlich ist diese einmalige Investition der Preis dafür, dass wir relativ
viel Geld bekommen. So sicher ist allerdings noch nichts, da uns besagte zum
Teil recht wichtige Informationen immer noch fehlen.
Was mir auch weiterhin fehlt, ist eine aktivierte Bankkarte.
In der hiesigen Bankfiliale bin ich deshalb schon so oft, dass manche Angestellte gleich wissen, wer ich bin und was mein Problem ist.
Aber ich bin optimistisch. Schließlich habe ich mittlerweile sogar schon die
Bankkarte (inklusive Rechtschreibfehler), mir fehlt „nur“ noch der Pincode, um
sie zu aktivieren und zu benutzen. Das Ganze wäre allerdings nur halb so
dramatisch gewesen, wenn ich meine deutsche Bankkarte mitgenommen hätte.
Ein Glück haben wir wenigstens genug Zeit, uns um all diese
komplizierten Dinge zu kümmern, denn von Arbeit werden wir wirklich nicht
gerade erdrückt. Die Franzosen lassen es eben mal wieder entsprechend aller Klischees
langsam angehen und brauchen erstmal ein paar Wochen, um sich von ihren
Sommerferien zu erholen. Zum Zwecke der allgemeinen Verwirrung wurden außerdem
sämtliche Jobs der Professoren vertauscht und so einige wichtige Mitarbeiter
sind noch im Urlaub.
Umso positiver sieht es allerdings in unserem Privatleben
aus. Die Leute im Norden sind super offen
und gastfreundlich. Wir haben schon unglaublich viele Leute
kennengelernt und es kommt wirklich keine Langeweile auf.
La Braderie
Eigentlich findet in Lille (schon seit dem 12. Jahrhundert) jedes
Jahr am ersten Wochenende im September die „Braderie“ statt, der größte
Flohmarkt Europas, der sich über die gesamte Innenstadt erstreckt und ziemlich
bekannt ist. Unsere Vorfreude wurde allerdings enttäuscht, denn dieses Jahr
wurde er aufgrund der Terrorgefahr abgesagt. Lediglich in den Geschäften gab es
viele Rabatte. Ich habe es natürlich trotzdem geschafft, mich in zwei Teile zu
verlieben, die nicht reduziert waren. Es war trotzdem ganz lustig. In der Innenstadt war viel los, wir waren mit
zwei Mädels aus dem Cafet‘ unterwegs und haben die obligatorischen Moules-frites
gegessen. Sehr lecker.
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| "Was nutzen dir Pommes, wenn du keine Muscheln hast" |
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| Diese Berge an Muschelschalen wurden im Laufe des Tages noch größer. |
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| Nicht das schönste Geschirr, aber immerhin haben wir noch einen Tisch ergattert. |
Le Jardin Électronique
Le Jardin
Électronique war ein Electrofestival im Jardin des Plantes, Eintritt gratis,
Hautbemalungen „à prix libre“.
Les journées du patrimoine
Für uns war es perfekt, gleich am Anfang unseres Aufenthaltes in Lille so einen schönen Einblick in die Stadt zu bekommen. Einigen Einrichtungen werde ich auch definitiv noch mindestens einen zweiten Besuch abstatten.
Außerdem hat uns an dem Wochenende eine Freundin besucht, die wir beim Vorbereitungsseminar kennengelernt haben und die ihren Dienst in einer Arche unweit von Calais leistet.








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