Der 4. Dezember war mein Geburtstag, und zwar der erste in
meinem Leben, den ich nicht in Berlin verbracht habe. Unglücklicherweise ist er
natürlich auf einen Sonntag gefallen. Das hieß nicht nur, dass alles Mögliche
zu hatte, sondern auch, dass die meisten Studenten wie immer nicht da waren und
auch generell eher weniger als mehr los war. Ich bin aber generell kein Fan von
Geburtstagen, gerade von meinen eigenen nicht, also fand ich es jetzt nicht so
schlimm, nicht richtig zu feiern.
Am Samstag habe ich mit Pia reingefeiert: Am Nachmittag sind
wir in die Stadt gefahren, um ein paar Sachen zu kaufen, und haben uns dann
spontan dafür entschieden, einen entspannten Backabend zu machen. Erst haben
wir überlegt, ein Lebkuchenhaus selber zu backen. Pia hatte aber am Abend auch
noch Bandprobe. Deswegen haben wir uns aus Zeitgründen für eine Fertigpackung
Lebkuchenhaus entschieden. Wir haben Süßigkeiten zum Verzieren gekauft, sowie
Puderzucker für den Zuckerguss, und alle Zutaten für Lumumba (für alle die das
auch nicht kennen: Kakao mit Amaretto, Weihnachtsmarktgetränk).
Dann haben wir nach Pias Bandprobe erst einmal die leckerste
Pizza in unserem Viertel geholt und danach gemütlich damit begonnen den Lumumba
zuzubereiten und den Zuckerguss anzurühren. Drei Stunden, so einige
Weihnachtslieder, viel Zuckerguss, je drei Tassen Lumumba und viele Lachanfälle
später haben wir entschieden, dass sowieso nichts halten wird und haben einfach
alles aufgegessen. Um Mitternacht habe ich eine Duftkerze ausgepustet (die
einzige Kerze, die wir da hatten) und Pia hat mir einen Adventskalender mit
Kinderschokolade geschenkt. Also ist dieses Jahr doch nicht mein erstes Jahr
ohne Adventskalender!
Am Sonntag um 7 Uhr ging es für Charles und mich los nach
Paris. Ich war unheimlich gut gelaunt, weil es das erste Mal seit sehr langer
Zeit war, dass ich einen Tag so früh und produktiv begonnen habe. In Paris
angekommen haben wir erst einmal gefrühstückt und sind danach durch Montmartre spaziert. Wir waren auch
im Sacré-Cœur und haben
überlegt, zur Messe zu bleiben. Ich habe mich dann doch dagegen entschieden,
denn ich finde solche großen und touristischen Kathedralen zwar sehr schön,
aber meistens fehlt es ihnen an Atmosphäre.
Danach sind wir mit der Metro zum Triumphbogen gefahren und
dann die Champs Elysée heruntergelaufen und haben jedem Autohaus dort einen Besuch
abgestattet. Die Champs Elysée ist zurzeit aus Sicherheitsgründen eine reine
Fußgängerzone mit viel Polizei und Taschenkontrollen. Der untere Teil wurde in
einen Weihnachtsmarkt verwandelt. Im Vergleich zu deutschen Weihnachtsmärkten
ist das nichts, für französische Verhältnisse ist der recht groß und recht
vielseitig.
Später waren wir bei der Notre-Dame de Paris und sind von
dort im Sonnenuntergang die Seine entlanggelaufen, am Louvre vorbei zum
Eiffelturm. Am Abend waren wir dann noch in der Bar etwas trinken und um 20:30
Uhr ging es zurück nach Lille, wo ich nur noch das Paket meiner Familie
geöffnet und mit meiner Schwester telefoniert habe. Ein sehr schöner Geburtstag
also.
















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