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Mittwoch, 1. Februar 2017

Januar-Update


Nach meinen 10 Tagen in Berlin bin ich am 2. Januar gut wieder in Lille angekommen.  Ich bin über Amsterdam gefahren und hatte dort über zwei Stunden Umsteigezeit. Genug, um mir die besten Pommes von der besten Fritterie der Stadt zu gönnen. Falls ihr mal in Amsterdam seid: Vlaamse Frites, direkt an dieser langen großen Hauptstraße, die frontal zum Bahnhof führt, und probiert die Käsesoße!

Hier sind die Temperaturen jetzt auch unter den Gefrierpunkt gefallen und es hat sogar an zwei Tagen kurz ein kleines bisschen geschneit. Natürlich war ich dann gleich mal wieder krank. 

Unsere Arbeit hat stressig begonnen, weil wir ganz schnell noch auf den letzten Drücker mehrere Klausuren entwerfen mussten und generell so einiges ganz schnell noch auf den letzten Drücker zu erledigen hatten. Danach wurde es aber schnell sehr ruhig. Zurzeit haben wir nur zwei von vier Kursen. In beiden Kursen haben wir eine Schülerin bzw. einen Schüler dazubekommen.  Der dritte Jahrgang, den wir zurzeit nicht unterrichten, ist momentan hochbeschäftigt und deshalb auch selten in der Cafeteria anzutreffen. Dadurch arbeiten wir dort mehr als sonst und in der Regel mit denselben Personen. Also alles entspannt. 

Wir saßen wieder in einigen Meetings zum Thema internationale Studenten und da es ja seit Anfang des Jahres eine neue Studentenvertretung gibt, inklusive einer neuen Beauftragten für den internationalen Bereich, weht hier wieder frischer Wind.

Nachdem wir letzten Monat eine Deutschlandausstellung aufgestellt haben, ist nun die nächste Ausstellung fast fertig: Kongo und Kamerun. Das war natürlich etwas schwieriger als über Deutschland, weil wir uns auf dem Gebiet kaum auskennen. Wir warten nur noch auf die Druckerzeugnisse. Unsere Uni hat nämlich praktischerweise keinen Farbdrucker, und so müssen wir alles immer bei der Université Catholique in Auftrag geben.

Außerdem arbeiten wir fleißig an einem Umweltprojekt, aber das ist noch so wage, dass ich noch nicht zu viel verraten möchte.
Übrigens müssen jetzt aus Sicherheitsgründen alle Studenten und Angestellte am icam offen sichtbar ein Namensschild tragen. Besucher müssen sich am Empfang anmelden und bekommen ein Besucherschild. 

Am ersten Wochenende waren Pia und ich in Roubaix in einem bekannten Museum: La Piscine. Nachdem es ursprünglich eine Textilfabrik war, war es in den 1920er Jahren tatsächlich auch mal ein Schwimmbad und beherbergt heute das Musée d’Art et d’Industrie. Es wurde nicht groß umgebaut, die Schilder für Männer- und Frauenumkleiden, die Duschen, etc. sind immer noch vorhanden, womit eine tolle Atmosphäre kreiert wird. Alle halbe Stunde werden außerdem für jeweils eine halbe Minute Schwimmbadgeräusche eingespielt. Das Museum umfasst mehrere Ausstellungen, die alle um Thema Textilien, Wasser, oder die Geschichte des Nordens behandeln, z.B. die Statuen im ehemaligen Becken, die Gemälde hinter den Duschen, die ausgestellte Mode in den oberen Duschen oder die Karten der Region während der Industrialisierung, nach dem Krieg, etc.












Pia und ich haben unsere Neujahresvorsätze ganz gut angepackt, und haben untereinander auf Französisch geredet. Das lassen wir leider momentan wieder etwas schleifen. Außerdem ist nach der Weihnachtszeit endlich wieder Zeit für Sport, bessere Ernährung, etc. Die Sportkurse sind tatsächlich zeitweise voller, aber es bleibt noch alles im Rahmen. Außerdem haben Pia und ich mal die Cardiogeräte im Fitnessraum ausprobiert und manchmal begleite ich Charles in den Keller in den richtigen Kraftraum. Anfangs habe ich mich vor der Atmosphäre dort regelrecht gegruselt, weil dort nur sehr muskulöse Männer trainieren, die voll den Plan haben. Aber eigentlich  sind die alle nett, es ist wirklich praktisch, um Arme, Brust und Rücken zu trainieren, was in den Kursen oft zu kurz kommt, und manche Geräte sind ganz lustig. 

Der HipHop-Kurs hat noch nicht wieder angefangen, aber mein Spaß am Tanzen wird ganz gut durch Rock und Zumba befriedigt. Beim Hockey war ich dieses Jahr auch noch nicht, weil erst noch Ferien waren, und seitdem das Feld gefroren war. Außerdem hatten eines Montags meine WG und ich ein Gespräch mit einem Sozialarbeiter, weswegen ich Hockey wieder ausfallen lassen musste.

Eine kurze Erklärung letzterem: Bei einer Sicherheitskontrolle wurde festgestellt, dass alle drei Feuerlöscher in unserer Wohnung benutzt wurden und damit ersetzt werden müssen. Der Sozialarbeiter, der für uns im Studentenwohnheim zuständig ist, hat uns danach gefragt, uns geglaubt, dass keiner von uns etwas damit zu tun hat, und uns davon befreit, die Kosten tragen zu müssen. Er ist aber ein bisschen seltsam, und scheinbar ziemlich einsam. So ist er bekannt dafür, sich gerne zum Essen einzuladen. Uns zum Beispiel hat er nahegelegt, dass wir uns doch unbedingt näher kennenlernen sollten und wir am besten ein Buffet veranstalten, bei dem jeder etwas aus seiner Region mitbringt. Daraus wurde dann eine Feier des ganzen Studentenwohnheims, aber um noch einmal innig Zeit mit uns zu verbringen, hat er sich für heute nochmal bei uns in der Wohnung zum Essen eingeladen.






Auch sehr wichtig im Winter: Schlittschuhlaufen! Jetzt nach Weihnachten ist endlich genug Zeit dafür und das habe ich im Januar bereits zweimal genutzt. In Lille gibt es nur eine einzige Eisbahn. Die ist auch eigentlich gar nicht in Lille, sondern in Wasquehal, ein bisschen außerhalb.  Als ich mit Charles dort war, haben wir 15 Minuten im Auto dorthin gebraucht, mit Pia etwa eine halbe Stunde, weil wir Metro gefahren sind und von der Station noch länger laufen mussten. Es gibt leider keine Außenbahn, aber zum Glück ist es eine Halle. Ich war beide Male am Sonntag dort, demzufolge viel war auch los, vor allem sehr viele Kinder, die mit ihren Fahrhilfen kreuz und quer fahren und sich im schlimmsten Fall direkt vor dir hinpacken. Es hat trotzdem Spaß gemacht!

Am 21. Januar war an allen Unis in Lille Tag der offenen Tür. Ich habe die Möglichkeit genutzt, mir die Université Lille, Sciences et Technologies (Lille 1) anzugucken.  Ihr Campus ist die Cité Scientifique in Villeneuve d’Asq und ist von mir aus innerhalb von 15 Minuten mit Metro zu erreichen. Sie ist die „TU“ unter den staatlichen Unis in Lille, aber nächstes Jahr werden alle drei Unis zusammengeführt. Sie ist im Gegensatz zum icam angenehm groß. Ich finde es immer witzig, wie mich an Universitäten mit breitem Fächerspektrum so etwa jedes zweite Fach anspricht und an ich an TUs immer von jedem Fach außer meinem Wunschgebiet eher abgeschreckt bin. Jedenfalls konnte ich fast alle meine Fragen klären und habe gute Ansprechpartner gefunden. Komisch war wieder, wie viele Eltern an den französischen Hochschulinformationstagen vertreten sind. Und bei diesem Tag an dieser Uni spezifisch fand ich die Beteiligung der Studenten recht gering. Vielleicht bin ich aber auch einfach verwöhnt davon, wie gut sich die TU Berlin letztes Jahr präsentiert hat.

Ende Januar stand dann das größte Event des Jahres an: die Icam-Gala! Aber darüber folgt noch ein eigener Blogpost. Alle ausländischen Studenten, die leider nur ein Semester hierbleiben, sind noch bis zur Gala geblieben und drei der neuen Ausländer früh genug angereist, um auch dabei sein zu können. 

Den Abend vorher gab es noch eine Feier zum Empfang der neuen Ausländer, Abschied der abreisenden ausländischen Studenten und Dialog zwischen Internationalen und Franzosen. Wir haben sie mitorganisiert und mitgeholfen und es war richtig gut! Es sind richtig viele gekommen, obwohl der Eintritt zwei Euro gekostet hat. Es haben sich einige Leute neu kennengelernt und alle haben sich gut amüsiert.







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