Gleich Anfang März ist der
Frühling hier ausgebrochen. Charles und ich haben am ersten Märzwochenende einen
ausgiebigen Spaziergang in der Zitadelle gemacht. Es waren viele Menschen
unterwegs, alles war schon ganz grün und überall waren erste Frühblüher zu
sehen. Leider war ich an dem Tag zu faul, um ein paar Fotos zu machen.
Die Zitadelle ist Standpunkt des
Militärs, aber der Park, der sie umgibt, steht der Öffentlichkeit zur
Verfügung. Dort gibt es viele Radwege, mehrere Gewässer und große Wiesen, auf
denen Studenten zwischen den Bäumen slacklinen, außerdem einen Trimm-dich-Pfad,
Picknickbänke, den kostenlosen Zoo und eine kleine Kirmes für Kinder. Man trifft
dort vor allem auf junge Leute, Familien und zahlreiche Jogger. Auch Pia und
ich haben jetzt begonnen, dort regelmäßig joggen zu gehen.
Ansonsten war ich diesen Monat
sehr selten beim Sport, das letzte Mal ist gefühlt ewig her. Dort haben wir
aber eine andere Deutsche kennengelernt und waren am nächsten Tag mit ihr im Wohnheim
für die Erasmusstudenten bei einer Party. Seit dem wollen wir unbedingt wieder
etwas zusammen machen, haben aber bisher noch nicht die Zeit gefunden.
Ich bin die letzten Wochen wieder
häufiger in Bars gegangen (obwohl man immer noch nicht von häufig sprechen
kann) und habe dabei wieder einige neue Bars entdeckt. Trotzdem war ich immer
noch nicht in der Altstadt aus, das steht als nächstes auf der Liste.
Anfang März habe ich mich auch mal in Frankreich zum Friseur getraut, als ich endlich einen gefunden hatte, der nicht ganz sooo teuer ist wie der französische Durchschnittsfriseur.
Außerdem habe ich einen Großteil
der Zeit mit Kochen und Backen verbracht. Wer weiß, vielleicht kann ich nach
dem Jahr ein bisschen kochen…
Letztens waren wir wieder im Palais
des Beaux-Arts, zur „Nocturne Étudiants“. Kunststudenten haben verschiedene
Sachen im Museum animiert und standen für Erklärungen zu den Werken bereit.
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| Kunst... |
Vor
einigen Werken gab es kleine Tribünen, auf denen man die Motive der Gemälde
nachstellen konnte. Unten im großen Saal gab es auch nochmal so eine Tribüne,
mit einem Fotografen. Wir wollten ein lustiges Foto machen lassen, aber weil er
die Leute vor uns so sehr in ihrer Pose angewiesen hat, haben wir unsere Ideen
verworfen. Letztendlich hat er uns dann aber doch kaum Anweisungen erteilt und
heraus kam dieses Foto:
Ende März fand am icam das Fest’icam
statt: Zwei Wochen Theaterfestival mit Theatervorstellungen jeden Abend.
Meistens spielen ein paar icam-Studenten mit, aber es sind auch viele
Professionelle dabei. Letzte Woche haben wir uns das Stück „Fantasio“ angeguckt
und waren außerdem Samstag im Improvisationstheater. Bei ersterem habe ich mit
viel Konzentration fast alles verstanden; vielleicht hat sich da mal
ausgezahlt, dass wir in der Schule auch Theater und klassische Literatur gelesen
haben. Bei letzterem habe ich vor allem die Moderatorin absolut gar nicht
verstanden, weil sie sehr schnell und aufgeregt gesprochen hat und das
Vokabular manchmal sehr speziell war. Pia und ich haben dann von unseren beiden
Übersetzern neben uns profitiert und davon, dass viele Witze auch so zu
verstehen waren. Beide Theaterbesuche haben mir auf jeden Fall sehr gut
gefallen und gerade bei letzterem haben wir uns sehr gut amüsiert.
Bezüglich unserer Arbeit gibt es
eigentlich nichts Neues. Wir haben viel unterrichtet in letzter Zeit, auch viel
Vertretungsunterricht gegeben. Das stellt uns immer vor eine größere
Herausforderung. Zum einen sind es gleich viel mehr Schüler, zehn bis zwanzig
statt unserer zwei bis sechs normalerweise. Außerdem sind es keine Anfänger mehr;
viele haben schon seit vielen Jahren Deutschunterricht. Trotzdem fehlt das
Niveau, um über komplexere Themen zu sprechen und, das unterstellen wir den
angehenden Ingenieuren immer wieder, das Interesse an gesellschaftsrelevanten
und kulturellen Themen. Mit dieser Kursgröße und dem Niveau sammeln wir sonst
keine Erfahrungen. Die Vorbereitung ist also immer entsprechend aufwendig. Umso
frustrierender waren dann einige Missverständnisse mit unserem Tutor, den wir
vertreten. Glücklicherweise hatten wir aber nur einen Kurs, mit dem es schlecht
gelaufen ist, weil die Studenten zu trotzig und demotiviert waren. Die Schüler
der anderen Kurse sind wunderbar auf unser Programm angesprungen und haben uns und
unserem Tutor noch mehrfach danach gesagt, wie sehr es ihnen gefallen hat.
Unser Club International ist
jetzt vollständig ins Bureau des Étudiants integiert worden, weshalb wir jetzt
ebenfalls Mitglieder des BDE sind. Letztens haben wir wieder einen
internationalen Abend veranstaltet. Eigentlich war er dazu gedacht, dass Ausländer
und ihre „Paten“ sich kennenlernen, aber von den neuen Ausländern waren nur
zwei da. Dafür sind auch viele international interessierte Franzosen gekommen,
wir haben wieder einige neue Leute kennengelernt, einen Inder dazuholen können,
der zwar im Wohnheim wohnt, aber auf eine andere Uni geht, haben den Indern
Rocktanzen beigebracht und selber die Grundschritte von Madison gelernt.
Am Wochenende fahren Pia und ich
nach Gent, darüber werde ich mit Sicherheit nächste Woche berichten.











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