Die letzten Tage waren die Uni und das Wohnheim wie
ausgestorben, alle hatten Ferien und sind entweder zu ihren Familien oder mit
Freunden weggefahren. Wir haben erst überlegt, uns den Brasilianern
anzuschließen, die die Tage in Amsterdam verbrachten. Die Idee kam uns aber
etwas zu spät und dann waren uns die Preise der letzten freien
Übernachtungsmöglichkeiten zu hoch.
Letztendlich haben Charles und ich den Samstag auf
Empfehlung seiner Freunde hin in Brügge
verbracht. Wir sind mit Auto gefahren und so waren wir in nur knapp einer
Stunde da. Ich kannte Brügge vorher nur vom Namen und konnte mir absolut nichts
darunter vorstellen. Aber „Venedig des Nordens“ trifft es wirklich gut. Es hat
mir eigentlich sogar besser gefallen als Venedig. Die Stadt wurde nie zerstört,
deshalb sind immer noch sehr viele alte Gebäude vorhanden. Wir haben als erstes
eine kitschige Bootstour durch die süßen kleinen Kanäle gemacht und so einen
ersten Eindruck von der Stadt gewonnen. Anschließend haben wir uns verdammt
leckere Pommes gegönnt, obligatorisch für einen Belgienaufenthalt. Den
restlichen Tag haben wir damit verbracht, durch die Stadt zu spazieren, über
zwei Märkte zu schlendern, die Sehenswürdigkeiten abzulaufen, zwei Kirchen zu
besichtigen und uns zu überlegen, ob wir doch noch für 10€ auf den Belfried
steigen. Wir haben uns dann aber dafür entschieden, unser Geld lieber wieder in
Essen zu investieren und waren noch bei einem Italiener.
Obwohl die Stadt in Flandern liegt, konnten wir mit allen Leuten
dort Französisch reden. Und Schriftzüge, die nur auf Niederländisch geschrieben
waren, konnte ich auch größtenteils deuten, das ist echt ganz witzig.
Aber natürlich kann kein Franzose nach Belgien fahren, ohne
sich von den Belgiern gehasst zu fühlen. Von drei französischen Autos, die in
der Straße geparkt haben, haben alle drei ein Knöllchen bekommen, von den
unzähligen belgischen Autos kein einziges. Auch unser Auto hat eines bekommen,
während die beiden belgischen Autos vor und hinter uns länger da standen und
verschont geblieben sind. Charles hat sich also von den Belgiern gehasst
gefühlt und ich war sehr zufrieden über meinen ersten Aufenthalt in diesem
Land.







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