Drei Monate unseres Dienstes sind schon um. Daher stand
unser Zwischenseminar an. In diesem Jahr sind über 80 Freiwillige über meine
Organisation „Initiative Chrétienne pour l’Europe“ nach Frankreich und Belgien
gegangen. Unsere Promotion wurde genauso wie beim Vorbereitungsseminar im
Sommer in zwei Hälften geteilt und wir waren wieder die Gruppe, die das Seminar
zuerst hatte.
Es war lange ein Geheimnis wo es stattfinden wird. Mitte
Oktober haben wir dann erfahren, dass es für 3 Tage nach St-Pol-de-Léon bei
Roscoff in der Bretagne geht.
Am Samstagvormittag ging es los. In der morgendlichen Hektik
habe ich zwar gerade noch so einen Schlafsack auftreiben können, aber einige
andere Sachen vergessen, darunter meine Kamera. Deshalb wurden die meisten Fotos hier
leider mit meinem Handy aufgenommen, ein paar sind noch von Pia. Ich werde mir aber noch die richtig guten
Bilder, einige Gruppenbilder und auch Bilder von mir von meinen Freunden schnorren.
Schon in Paris haben wir fast alle anderen Leute unserer
Gruppe am Bahnhof getroffen. Es war unglaublich, Freunde wiederzusehen, die wir
drei Monate lang nicht gesehen haben und auch zu hören, wie es den anderen
ergangen ist und wie viel besser sie schon Französisch sprechen. Bei unserer Unterkunft, dem alten Herrenhaus/ Villa/ Schloss
„Chateau de Kersaliou“, sind wir im Regen angekommen, als es schon dunkel war,
und so haben wir erst am dritten Tag entdeckt, wie schön es von außen
eigentlich bei Tageslicht ist.
Deutscher Soldatenfriedhof
Sonntagfrüh ging es als allererstes auf den deutschen
Soldatenfriedhof zwischen Ploudaniel und Lesneven. Der Bürgermeister, ein
Mitglied einer Organisation und ein Zeitzeuge, der den zweiten Weltkrieg in der
Bretagne miterlebt hat, waren dort und haben uns ein paar Worte mit auf den Weg
gegeben. Danach hat ein Mädchen unserer Gruppe, die das auch ab und zu in ihrem
Projekt macht, uns eine kleine Führung über den Friedhof gegeben. Anschließend
haben wir am Denkmal Blumen abgelegt und eine Schweigeminute abgehalten.
![]() |
| Der Ausblick, als wir Sonntag früh unsere Unterkunft verlassen haben. Da haben wir zum ersten Mal gemerkt, wie nah wir am Meer wohnen. |
La forêt de Huelgoat
Anschließend sind wir mit dem gemieteten Reisebus nach
Huelgoat weitergefahren, um einen Spaziergang zu machen durch den
legendenumwobenen Wald. Es war echt schön und die Legenden erzählt wurden auch
ganz witzig. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter, denn die vorherigen tage
hatte es viel geregnet und gestürmt und auch für den Sonntag gab es noch eine
Sturmwarnung. Bei unserem Spaziergang blieb es aber trocken und relativ
windstill.


Galettes
Im nächsten Ort waren wir überraschenderweise nur, um in
einem niedlichen Café bretonische Galettes zu essen.
Au bout de l’Europe
Danach sind wir ein paar Minuten weitergefahren, an den
westlichsten Punkt Frankreichs, die Pointe Saint-Mathieu. Die Küste war beeindruckend.
Nach diesem letzten Stopp auf unserer Route sind wir fast
zwei Stunden wieder zurück zu unserer Unterkunft gefahren. Dieser Tag war der
anstrengendste von allen, weil so viel herumgelaufen und –gefahren sind.
Einzelgespräche
Der Montag begann sehr entspannt mit Einzelgesprächen über
unsere ersten drei Monate in Frankreich. Bei den meisten gab es keine Probleme,
und somit auch kaum etwas zu bereden, bei uns war es die Gelegenheit um noch
einmal Klarheit darüber zu schaffen, wann genau unser Dienst enden wird. Zsófi
und ich waren eine der ersten und so konnten wir die restliche freie Zeit
nutzen, um einen langen Spaziergang zu machen und die Gegend zu erkunden.
Besichtigung einer Algenfabrik
Nach dem Mittagessen sind wir nach Roscoff in eine
Algenfabrik gefahren. Wir haben einen Film über das Unternehmen gesehen, viele
verschiedene Algensorten kennengelernt und erfahren, was man daraus alles
herstellen kann. Diese Produkte wurden im Lädchen auf dem Firmengelände
angeboten. Von Brotcreme über Tee bis Pflegeprodukte war alles dabei.
![]() |
| Diese Häppchen mit Algenpaste haben wirklich gut geschmeckt. |
Bretonischer Tanz
Dieser Teil des Tages war eine Überraschung. Da wir etwas
früh dran waren, hatten wir etwas Zeit, uns in St-Pol-de-Léon umzusehen. Danach
sind wir in ein altes Gebäude mit einem großen Raum gegangen. Dort wurden uns
von Mitgliedern einer Tanzgruppe verschiedene bretonische Tänze erklärt und
beigebracht. Wie schlecht wir uns über die eineinhalb Stunden angestellt haben
wurde Gott sei Dank gefilmt, sonst hätte es ja am letzten Abend nichts zu
lachen gegeben. Trotzdem hat es Spaß gemacht.
L’île de Batz
Am Dienstag sind wir von Roscoff aus mit der Fähre zu einer
500-Einwohner-Insel gefahren, die wir per Rallye erkunden sollten. Obwohl es
kalt und regnerisch war, war es vielleicht der schönste Teil des Seminars.
Außerdem schien zwischendurch immer wieder die Sonne, ein richtiges
Regenbogenwetter. Die Insel selbst hat etwas von Herr der Ringe. Im Sommer muss
mehr los sein, aber außerhalb der Saison war es sehr ruhig und idyllisch.
Die obligatorischen Ateliers
Ateliers dürfen auf Seminaren natürlich nicht fehlen. Obwohl
ich nicht da war, als die Listen ausgehängt wurden, hatte ich noch das Glück,
in das Atelier zu kommen, in das ich kommen wollte: „Recup’art“, aus Müll Kunst
machen. Außer dieser Gruppe gab es noch Musik, bretonischen Tanz, mehrere
Kunstprojekte und zwei Gruppen, die Roscoff beziehungsweise St-Pol-de-Léon
besichtigen und vorstellen sollten. Am Abend wurden dann alle Ergebnisse
präsentiert.
![]() |
| Unser Ergebnis: Eine Verbildlichung unseres Bretagneaufenthaltes... Das Meer, Algen, Felsen, ein Fischerboot, der Strand, die Algenfirma mit einer Möwe auf dem Dach und ein Wald. |
Heimfahrt
Gestern früh ging es dann wieder für alle Richtung Wahlheimat.
Es war seltsam, alle so schnell wieder verabschieden zu müssen und einige davon
vielleicht nie wieder zu sehen. Dieses Seminar war das letzte, das für mich
obligatorisch war. Es gibt noch ein Seminar im Mai, auf das ich gehen kann,
wenn ich möchte und mich früh genug anmelde, aber das weiß ich noch nicht.
![]() |
| Eineinhalb Stunden Aufenthalt in Paris |
Dieses Seminar war mehr darauf ausgelegt, uns mal aus unserem Alltag zu holen, uns eine neue Region entdecken zu lassen und uns neu zu motivieren. Insbesondere für diejenigen (mindestens die Hälfte unserer Gruppe), die bis zu 60 Stunden pro Woche in einem kleinen Dorf arbeiten und selten mal da rauskommen. Deswegen war das Zwischenseminar trotz der vielen Aktivitäten entspannter und schöner als das Vorbereitungsseminar. Mir hat trotzdem etwas Reflektion und Diskussion gefehlt und ich finde es seltsam, dass kein nachbereitendes Seminar für mich Pflicht wäre. Viele der anderen, die entweder vom ijgd oder efd sind, nehmen nämlich noch an solchen teil. Trotzdem hat mir mein erstes Mal Bretagne sehr gut gefallen.






































Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen