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Donnerstag, 6. April 2017

März-Update


Gleich Anfang März ist der Frühling hier ausgebrochen. Charles und ich haben am ersten Märzwochenende einen ausgiebigen Spaziergang in der Zitadelle gemacht. Es waren viele Menschen unterwegs, alles war schon ganz grün und überall waren erste Frühblüher zu sehen. Leider war ich an dem Tag zu faul, um ein paar Fotos zu machen.


Die Zitadelle ist Standpunkt des Militärs, aber der Park, der sie umgibt, steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Dort gibt es viele Radwege, mehrere Gewässer und große Wiesen, auf denen Studenten zwischen den Bäumen slacklinen, außerdem einen Trimm-dich-Pfad, Picknickbänke, den kostenlosen Zoo und eine kleine Kirmes für Kinder. Man trifft dort vor allem auf junge Leute, Familien und zahlreiche Jogger. Auch Pia und ich haben jetzt begonnen, dort regelmäßig joggen zu gehen.






Ansonsten war ich diesen Monat sehr selten beim Sport, das letzte Mal ist gefühlt ewig her. Dort haben wir aber eine andere Deutsche kennengelernt und waren am nächsten Tag mit ihr im Wohnheim für die Erasmusstudenten bei einer Party. Seit dem wollen wir unbedingt wieder etwas zusammen machen, haben aber bisher noch nicht die Zeit gefunden.

Ich bin die letzten Wochen wieder häufiger in Bars gegangen (obwohl man immer noch nicht von häufig sprechen kann) und habe dabei wieder einige neue Bars entdeckt. Trotzdem war ich immer noch nicht in der Altstadt aus, das steht als nächstes auf der Liste.

Anfang März habe ich mich auch mal in Frankreich zum Friseur getraut, als ich endlich einen gefunden hatte, der nicht ganz sooo teuer ist wie der französische Durchschnittsfriseur.


Außerdem habe ich einen Großteil der Zeit mit Kochen und Backen verbracht. Wer weiß, vielleicht kann ich nach dem Jahr ein bisschen kochen…

Letztens waren wir wieder im Palais des Beaux-Arts, zur „Nocturne Étudiants“. Kunststudenten haben verschiedene Sachen im Museum animiert und standen für Erklärungen zu den Werken bereit. 



Kunst...
Vor einigen Werken gab es kleine Tribünen, auf denen man die Motive der Gemälde nachstellen konnte. Unten im großen Saal gab es auch nochmal so eine Tribüne, mit einem Fotografen. Wir wollten ein lustiges Foto machen lassen, aber weil er die Leute vor uns so sehr in ihrer Pose angewiesen hat, haben wir unsere Ideen verworfen. Letztendlich hat er uns dann aber doch kaum Anweisungen erteilt und heraus kam dieses Foto:


Ende März fand am icam das Fest’icam statt: Zwei Wochen Theaterfestival mit Theatervorstellungen jeden Abend. Meistens spielen ein paar icam-Studenten mit, aber es sind auch viele Professionelle dabei. Letzte Woche haben wir uns das Stück „Fantasio“ angeguckt und waren außerdem Samstag im Improvisationstheater. Bei ersterem habe ich mit viel Konzentration fast alles verstanden; vielleicht hat sich da mal ausgezahlt, dass wir in der Schule auch Theater und klassische Literatur gelesen haben. Bei letzterem habe ich vor allem die Moderatorin absolut gar nicht verstanden, weil sie sehr schnell und aufgeregt gesprochen hat und das Vokabular manchmal sehr speziell war. Pia und ich haben dann von unseren beiden Übersetzern neben uns profitiert und davon, dass viele Witze auch so zu verstehen waren. Beide Theaterbesuche haben mir auf jeden Fall sehr gut gefallen und gerade bei letzterem haben wir uns sehr gut amüsiert.

Bezüglich unserer Arbeit gibt es eigentlich nichts Neues. Wir haben viel unterrichtet in letzter Zeit, auch viel Vertretungsunterricht gegeben. Das stellt uns immer vor eine größere Herausforderung. Zum einen sind es gleich viel mehr Schüler, zehn bis zwanzig statt unserer zwei bis sechs normalerweise. Außerdem sind es keine Anfänger mehr; viele haben schon seit vielen Jahren Deutschunterricht. Trotzdem fehlt das Niveau, um über komplexere Themen zu sprechen und, das unterstellen wir den angehenden Ingenieuren immer wieder, das Interesse an gesellschaftsrelevanten und kulturellen Themen. Mit dieser Kursgröße und dem Niveau sammeln wir sonst keine Erfahrungen. Die Vorbereitung ist also immer entsprechend aufwendig. Umso frustrierender waren dann einige Missverständnisse mit unserem Tutor, den wir vertreten. Glücklicherweise hatten wir aber nur einen Kurs, mit dem es schlecht gelaufen ist, weil die Studenten zu trotzig und demotiviert waren. Die Schüler der anderen Kurse sind wunderbar auf unser Programm angesprungen und haben uns und unserem Tutor noch mehrfach danach gesagt, wie sehr es ihnen gefallen hat. 

Unser Club International ist jetzt vollständig ins Bureau des Étudiants integiert worden, weshalb wir jetzt ebenfalls Mitglieder des BDE sind. Letztens haben wir wieder einen internationalen Abend veranstaltet. Eigentlich war er dazu gedacht, dass Ausländer und ihre „Paten“ sich kennenlernen, aber von den neuen Ausländern waren nur zwei da. Dafür sind auch viele international interessierte Franzosen gekommen, wir haben wieder einige neue Leute kennengelernt, einen Inder dazuholen können, der zwar im Wohnheim wohnt, aber auf eine andere Uni geht, haben den Indern Rocktanzen beigebracht und selber die Grundschritte von Madison gelernt. 

Am Wochenende fahren Pia und ich nach Gent, darüber werde ich mit Sicherheit nächste Woche berichten.

Samstag, 1. April 2017

Ein Wochenende in Brüssel

Letztes Wochenende haben Pia und ich mit drei weiteren deutschen und österreichischen Freiwilligen unserer Vermittlungsorganisation einen Wochenendtrip nach Brüssel unternommen.


Am Freitagabend sind Lara und Kathi in Lille angekommen und haben bei uns übernachtet. Samstagmorgen ging es früh los. Wir haben mit dem TGV nur etwa 40 Minuten nach Brüssel gebraucht; unglaublich, dass wir das bisher noch nicht gemacht haben.


Dort angekommen haben wir Charlotte getroffen, unser Gepäck eingeschlossen und sind erstmal Richtung Innenstadt gelaufen. Natürlich haben wir einen Abstecher zum Mannequin Pis gemacht. Ich hatte mir nicht viel von einer kleinen pinkelnden Statue erwartet, und meine Erwartungen wurden nicht übertroffen. Wir haben das Männchen erst vor lauter Gerüst und Touristen übersehen. Übrigens trägt er immer wieder andere Kostüme, das wusste ich vorher nicht.


Im Anschluss sind wir zum beeindruckenden Großen Platz gelaufen und haben schnell nachgeschaut, was das denn überhaupt für Gebäude sind, die wir so eifrig fotografieren: Rathaus, das Stadtmuseum (mit den Kostümen vom Mannequin Pis) und einige Zunfthäuser.





Wir sind ein bisschen weiterspaziert durch die kleinen Straßen, haben einen Abstecher in einen niedlichen Buchladen gemacht und sind auf den Berg gestiegen. Dort haben wir ein Café gefunden, in dem wir unser zweites Frühstück/ Mittagessen eingenommen und bestimmt zwei Stunden gequatscht haben.












Wir haben dann unseren Spaziergang fortgesetzt, weil es für einen Museumsbesuch, unser eigentlicher Plan, einfach viel zu schönes Wetter war. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Brüssel so viele schöne alte Gebäude gibt, so viel Street Art, aber vor allem so viele große schöne Parks. 









Nachdem wir in dem Park auf dem Foto oben von einem alten Herrn darauf hingewiesen wurden, dass man sich hier nicht auf den Rasen setzen darf, sind wir seinem Ratschlag gefolgt und haben einfach den nächsten Park gesucht, direkt am Palais d‘Egmont. und Kathi wurde von einem süßen Hund dazu ausgewählt, mit ihm zu spielen.




Wir waren mittlerweile ganz oben angekommen, hatten einen Ausblick über die ganze Stadt und konnten sogar bis zum Atomium blicken. Neben dem Aussichtspunkt gab es einen Fahrstuhl, der runter in ein künstlerisches Viertel fährt. Die Mädels konnten sich für die Second-Hand Shops dort begeistern und danach waren wir noch in einem anderen kleinen Modelädchen, das ein paar wirklich schöne Teile hatte, aber trotz Rabatte noch recht teuer war.






Wir haben unsere Tour wieder am Bahnhof beendet, unser Gepäck geholt und sind zur Unterkunft gelaufen. Wir haben am Samstag, glaube ich, einen guten ersten Eindruck von der Stadt gewonnen, aber in der Unterkunft angekommen, waren wir alle fix und fertig und brauchten erstmal eine längere Pause. Wir haben dann entschieden, am Abend nicht essen zu gehen, sondern selbst zu kochen. Trotz vieler verschiedener Ernährungsweisen haben wir schließlich ein ganzes Menü gefunden, dass allen passte: Salat, eine Gemüsepfanne, Brot mit verschiedenen Hummusaufstrichen und zum Apéro Tortillachips mit Guacamole.


Später am Abend sind wir noch in eine Bar gegangen. Die haben wir sehr zufällig gewählt, aber sie war von innen sehr schön, ein kleines schmales Haus mit mehreren Etagen und ganz im Holzlook. Da wir immer noch sehr erschöpft waren und trotz Zeitumstellung am nächsten Tag fit sein wollten, sind wir danach nicht mehr groß ausgegangen.


Am Sonntag haben wir eine Tour durch das Europaviertel gemacht. Das hat uns auch nochmal ganz schön überrascht. Es gab wieder sehr viele schöne Parks und niedliche Häuser, die die verschiedensten Vertretungen beherbergten. 










der Brüsseler Triumphbogen am Jubelpark
Als wir schon sehr hungrig waren, haben wir einen kleinen Markt voller leckerer Kleinigkeiten gefunden. Wir haben uns aber dazu entschieden, endlich unsere Pommes zu holen, von der angeblich besten Frittenbude in Brüssel. Damit haben wir uns - wie auch anders - in den nächsten Park gesetzt. Natürlich nur, weil uns Kathis Reiseführer uns so angewiesen hat.




Dieser Park hat uns direkt zu den EU-Institutionen geführt.




Obwohl wir kaum noch Zeit hatten, sind wir schon schnell ins Parlamentarium rein, das Besucherzentrum des Europäischen Parlaments. Die Ausstellung hat uns alle begeistert. Es wurden viele verschiedene Themen angesprochen, alles was irgendwie mit der EU zusammenhängt. Die ganze Ausstellung war sehr modern, ansprechend und interaktiv gestaltet. Überall haben freundliche Mitarbeiter Hilfe und Erklärungen angeboten. Wir wären gerne noch länger geblieben.

Auch Brüssel an sich hat mir sehr gut gefallen und ich glaube, ich schaue nochmal vorbei.