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Donnerstag, 24. November 2016

Zwischenseminar in der Bretagne



Drei Monate unseres Dienstes sind schon um. Daher stand unser Zwischenseminar an. In diesem Jahr sind über 80 Freiwillige über meine Organisation „Initiative Chrétienne pour l’Europe“ nach Frankreich und Belgien gegangen. Unsere Promotion wurde genauso wie beim Vorbereitungsseminar im Sommer in zwei Hälften geteilt und wir waren wieder die Gruppe, die das Seminar zuerst hatte.

Es war lange ein Geheimnis wo es stattfinden wird. Mitte Oktober haben wir dann erfahren, dass es für 3 Tage nach St-Pol-de-Léon bei Roscoff in der Bretagne geht. 


Am Samstagvormittag ging es los. In der morgendlichen Hektik habe ich zwar gerade noch so einen Schlafsack auftreiben können, aber einige andere Sachen vergessen, darunter meine Kamera. Deshalb wurden die meisten Fotos hier leider mit meinem Handy aufgenommen, ein paar sind noch von Pia. Ich werde mir aber noch die richtig guten Bilder, einige Gruppenbilder und auch Bilder von mir von meinen Freunden schnorren. 


Schon in Paris haben wir fast alle anderen Leute unserer Gruppe am Bahnhof getroffen. Es war unglaublich, Freunde wiederzusehen, die wir drei Monate lang nicht gesehen haben und auch zu hören, wie es den anderen ergangen ist und wie viel besser sie schon Französisch sprechen. Bei unserer Unterkunft, dem alten Herrenhaus/ Villa/ Schloss „Chateau de Kersaliou“, sind wir im Regen angekommen, als es schon dunkel war, und so haben wir erst am dritten Tag entdeckt, wie schön es von außen eigentlich bei Tageslicht ist.



Deutscher Soldatenfriedhof



Sonntagfrüh ging es als allererstes auf den deutschen Soldatenfriedhof zwischen Ploudaniel und Lesneven. Der Bürgermeister, ein Mitglied einer Organisation und ein Zeitzeuge, der den zweiten Weltkrieg in der Bretagne miterlebt hat, waren dort und haben uns ein paar Worte mit auf den Weg gegeben. Danach hat ein Mädchen unserer Gruppe, die das auch ab und zu in ihrem Projekt macht, uns eine kleine Führung über den Friedhof gegeben. Anschließend haben wir am Denkmal Blumen abgelegt und eine Schweigeminute abgehalten.

Der Ausblick, als wir Sonntag früh unsere Unterkunft verlassen haben. Da haben wir zum ersten Mal gemerkt, wie nah wir am Meer wohnen.



La forêt de Huelgoat


Anschließend sind wir mit dem gemieteten Reisebus nach Huelgoat weitergefahren, um einen Spaziergang zu machen durch den legendenumwobenen Wald. Es war echt schön und die Legenden erzählt wurden auch ganz witzig. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter, denn die vorherigen tage hatte es viel geregnet und gestürmt und auch für den Sonntag gab es noch eine Sturmwarnung. Bei unserem Spaziergang blieb es aber trocken und relativ windstill.
 











 








Galettes


Im nächsten Ort waren wir überraschenderweise nur, um in einem niedlichen Café bretonische Galettes zu essen. 



 

Au bout de l’Europe


Danach sind wir ein paar Minuten weitergefahren, an den westlichsten Punkt Frankreichs, die Pointe Saint-Mathieu. Die Küste war beeindruckend.

Nach diesem letzten Stopp auf unserer Route sind wir fast zwei Stunden wieder zurück zu unserer Unterkunft gefahren. Dieser Tag war der anstrengendste von allen, weil so viel herumgelaufen und –gefahren sind. 















 

Einzelgespräche


Der Montag begann sehr entspannt mit Einzelgesprächen über unsere ersten drei Monate in Frankreich. Bei den meisten gab es keine Probleme, und somit auch kaum etwas zu bereden, bei uns war es die Gelegenheit um noch einmal Klarheit darüber zu schaffen, wann genau unser Dienst enden wird. Zsófi und ich waren eine der ersten und so konnten wir die restliche freie Zeit nutzen, um einen langen Spaziergang zu machen und die Gegend zu erkunden.






Besichtigung einer Algenfabrik


Nach dem Mittagessen sind wir nach Roscoff in eine Algenfabrik gefahren. Wir haben einen Film über das Unternehmen gesehen, viele verschiedene Algensorten kennengelernt und erfahren, was man daraus alles herstellen kann. Diese Produkte wurden im Lädchen auf dem Firmengelände angeboten. Von Brotcreme über Tee bis Pflegeprodukte war alles dabei. 

Diese Häppchen mit Algenpaste haben wirklich gut geschmeckt.


Bretonischer Tanz


Dieser Teil des Tages war eine Überraschung. Da wir etwas früh dran waren, hatten wir etwas Zeit, uns in St-Pol-de-Léon umzusehen. Danach sind wir in ein altes Gebäude mit einem großen Raum gegangen. Dort wurden uns von Mitgliedern einer Tanzgruppe verschiedene bretonische Tänze erklärt und beigebracht. Wie schlecht wir uns über die eineinhalb Stunden angestellt haben wurde Gott sei Dank gefilmt, sonst hätte es ja am letzten Abend nichts zu lachen gegeben. Trotzdem hat es Spaß gemacht. 

Die einleitenden Worte...

L’île de Batz


Am Dienstag sind wir von Roscoff aus mit der Fähre zu einer 500-Einwohner-Insel gefahren, die wir per Rallye erkunden sollten. Obwohl es kalt und regnerisch war, war es vielleicht der schönste Teil des Seminars. Außerdem schien zwischendurch immer wieder die Sonne, ein richtiges Regenbogenwetter. Die Insel selbst hat etwas von Herr der Ringe. Im Sommer muss mehr los sein, aber außerhalb der Saison war es sehr ruhig und idyllisch.


















 

Die obligatorischen Ateliers


Ateliers dürfen auf Seminaren natürlich nicht fehlen. Obwohl ich nicht da war, als die Listen ausgehängt wurden, hatte ich noch das Glück, in das Atelier zu kommen, in das ich kommen wollte: „Recup’art“, aus Müll Kunst machen. Außer dieser Gruppe gab es noch Musik, bretonischen Tanz, mehrere Kunstprojekte und zwei Gruppen, die Roscoff beziehungsweise St-Pol-de-Léon besichtigen und vorstellen sollten. Am Abend wurden dann alle Ergebnisse präsentiert.

Unser Ergebnis: Eine Verbildlichung unseres Bretagneaufenthaltes... Das Meer, Algen, Felsen, ein Fischerboot, der Strand, die Algenfirma mit einer Möwe auf dem Dach und ein Wald.

Heimfahrt


Gestern früh ging es dann wieder für alle Richtung Wahlheimat. Es war seltsam, alle so schnell wieder verabschieden zu müssen und einige davon vielleicht nie wieder zu sehen. Dieses Seminar war das letzte, das für mich obligatorisch war. Es gibt noch ein Seminar im Mai, auf das ich gehen kann, wenn ich möchte und mich früh genug anmelde, aber das weiß ich noch nicht. 


Eineinhalb Stunden Aufenthalt in Paris



Dieses Seminar war mehr darauf ausgelegt, uns mal aus unserem Alltag zu holen, uns eine neue Region entdecken zu lassen und uns neu zu motivieren. Insbesondere für diejenigen (mindestens die Hälfte unserer Gruppe), die bis zu 60 Stunden pro Woche in einem kleinen Dorf arbeiten und selten mal da rauskommen. Deswegen war das Zwischenseminar trotz der vielen Aktivitäten entspannter und schöner als das Vorbereitungsseminar. Mir hat trotzdem etwas Reflektion und Diskussion gefehlt und ich finde es seltsam, dass kein nachbereitendes Seminar für mich Pflicht wäre. Viele der anderen, die entweder vom ijgd oder efd sind, nehmen nämlich noch an solchen teil. Trotzdem hat mir mein erstes Mal Bretagne sehr gut gefallen.

Mittwoch, 9. November 2016

Meine Arbeit



Eigentlich hatte ich vor, nur ein paar Wochen zu warten, und dann einen ausführlichen Bericht über meine Arbeit hier zu verfassen. Es hat aber einige Zeit gedauert, bis sich die einen oder anderen Bereiche konkretisiert haben. Dadurch dass aber immer wieder neue Projekte auf uns zukommen oder sich erst im Laufe des Jahres entwickeln, ist auch jetzt noch nicht alles klar. Nichtsdestotrotz möchte ich euch langsam mal einen kleinen Einblick in meine „berufliche“ Tätigkeit hier geben.


Die Cafeteria


Die Cafeteria wird von freiwilligen Studenten betrieben und versorgt Auszubildende, Studenten und Mitarbeiter an der Uni mit heißen und kalten Getränken, Snacks, Sandwiches, etc. Wir sind montags, dienstags und freitags in allen Pausen im „Cafet“.




Die Frühstückspause von 9.50 bis 10.10 ist die stressigste. Der Ansturm ist hier immer am größten, vermutlich weil die Franzosen klischeegemäß nicht oder kaum zuhause frühstücken und alle ihre petits pains und ihren Kaffee brauchen. Zum Teil arbeiten wir zu sechst auf engstem Raum und stehen an der Kaffeemaschine an, die leider nur vier Kaffee gleichzeitig ausgeben kann. Anfangs waren es sogar nur zwei Kaffee gleichzeitig. Rückblickend weiß ich echt nicht mehr wie wir das gemacht haben.




Die Mittagspause ist eigentlich von 12.00 bis 13.30, aber wir sind schon früher da, holen paketweise Sandwiches ab, sortieren und zählen sie und bereiten das Cafet auf die Pause vor. In der Mittagspause laufen dann vor allem die Menüs: ein Sandwich, ein Getränk und ein Snack für zusammen 3,50€. Nach etwa zwanzig Minuten ist der Ansturm abgeebbt und man kann selber essen und sich mit den anderen „Mitarbeitern“ im Cafet und einigen Studenten unterhalten, die an der Theke bleiben. Manchmal machen wir dann noch einige Aufräumarbeiten, z.B. den Getränkekühlschrank auffüllen. 



Die Nachmittagspause von 15.20 bis 15.40 verläuft da wieder etwas stressiger, denn der Kaffeebedarf ist wieder groß. Donnerstagsnachmittags arbeiten wir auch im Cafet. Da ist es aber ruhiger, weil nur die Lehrlinge da sind. 


Wir haben uns schnell eingearbeitet und mittlerweile verstehen wir sogar, was die Franzosen meinen, wenn sie englische Firmennamen sehr französisch aussprechen. Generell macht die Arbeit im Cafet echt Spaß und vor allem trifft man viele neue Menschen, nicht nur die, die man bedient, sondern auch das ganze Cafet-Team. Die Verantwortlichen fürs Cafet waren unsere ersten Bekanntschaften hier in Lille, sind gleich auf uns zugekommen, haben mich vom Bahnhof abgeholt und haben uns gleich am zweiten Abend zu ihnen zum Crêpe-Essen eingeladen, was nebenbei bemerkt einer meiner absoluten geschmacklichen Höhepunkte hier war. Sie haben uns bei allen möglichen anfänglichen Startschwierigkeiten geholfen und auch die Kennlernparty mit dem Rest des Teams war einer meiner coolsten Abende hier.

 

Deutschunterricht


Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich eines Tages dazu überreden lassen würde zu unterrichten. Und erst recht nicht, dass es mir dann auch noch Spaß macht. Beides ist eingetroffen. Wir haben zurzeit fünf Kurse, beziehungsweise viermal zwei Stunden Unterricht die Woche. Es sind Kurse, die so klein sind, dass sie ohne uns vermutlich nicht zustande kämen. 

Hier am recht verschulten icam haben die Studenten des 1. bis 3. Jahres obligatorisch 2 Wochenstunden Unterricht in ihrer ersten sowie in ihrer zweiten Fremdsprache.  Bei den Studenten des 4. Jahres und den Auszubildenden ist es ein bisschen weniger und anders verteilt, die Studenten des 5. Jahres haben generell keinen richtigen Unterricht mehr. Es gibt ein großes Angebot an Sprachen und Sprachniveaus und die Möglichkeit, seine zweite Fremdsprache zu wechseln, wenn man will.


Am Dienstagnachmittag haben wir einen Kurs, der momentan nur aus einer einzigen Studentin aus dem zweiten Jahr besteht. Im zweiten Semester kommt ein weiteres Mädchen dazu, die derzeit im Ausland ist. Die Studentin in diesem Kurs hatte schon einige Jahre Deutschunterricht, ist aber noch nicht gut genug, um mit dem eigentlichen Kurs mithalten zu können. Mit ihr haben wir bisher unter anderem das Perfekt mit sein, die unregelmäßigen Partizipien und die Adjektivdeklination behandelt.


Am Mittwochvormittag haben wir jeweils drei Wochen lang die Studenten aus dem 4. Jahr und drei Wochen lang die Auszubildenden im 3. Jahr. Erstere bilden einen Kurs mit 6 Studenten, die bisher ein Jahr Deutschunterricht bei unserer Vorgängerin hatten. Es hat uns einige Zeit gebraucht, bis wir festgestellt haben, welches Niveau sie haben, was wir wiederholen müssen und wo wir weitermachen können. Eine Schülerin ist besonders motiviert und hat ein viel höheres Niveau als der Rest. Sie müssen wir immer mit extra Aufgaben versorgen. Momentan üben wir bis zum Erbrechen den Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ. Das erst einmal selbst zu durchblicken und auf Französisch Studenten zu erklären, die das weder aus ihrer Muttersprache noch aus bisher erlernten Fremdsprachen kennen, war eine ganz schöne Herausforderung.


Die Auszubildenden im 3. Jahr sind zu fünft und absolute Anfänger. Mit ihnen machen wir das gleiche wie mit den Studenten im 3. Jahr. Und obwohl sie nur halb so viele Stunden Deutsch haben, kommen wir fast gleich schnell mit ihnen voran, weil sie fast nie Fragen stellen, generell wenig von ihnen kommt und sie auch schneller, aber oberflächlicher arbeiten als die Studenten im 3. Jahr.


Diese vier haben wir immer donnerstagsvormittags und sie sind ehrlich gesagt mein liebster Kurs. Auch sie haben mit uns Anfang des Jahres erst angefangen Deutsch zu lernen, deswegen wissen wir genau was sie schon gelernt haben.  Der Unterricht mit ihnen wird sehr oft sehr lustig, aber obwohl sie sehr aufnahmefähig, interessiert und motiviert sind, ist es schwierig, mit den zwei Wochenstunden schnell genug voranzukommen. 


Es ist ein bisschen absurd, sich als Lehrerin wahrzunehmen, wenn die eigenen Schüler älter sind als man selbst und man mit ihnen zusammen feiern geht, sie dann aber am nächsten Tag benoten soll. Denn ja, wir benoten sie auch, prüfen sie mündlich, entwerfen Klausuren und korrigieren diese. Wirklich eingeführt wurden wir in unsere Arbeit nie und überprüfen, was wir wirklich machen, tut auch niemand. Wir haben ein Lehrbuch bekommen und können uns jederzeit an unseren Tutor wenden, der ja auch Deutschlehrer ist, und zwar der beste am icam.

Der Club International


Dieser Teil meiner Arbeit ist einer der unkonkreten und seltsamen Bereiche meines Arbeitsalltags. Irgendwer ist irgendwann auf die Idee gekommen, dass wir mit den ausländischen Studenten arbeiten könnten und den "Club International" gründen. Das hat uns sehr zugesagt; allerdings gibt es auch im Studentenbüro eine Abteilung für Internationales, und unsere und deren Aufgaben sind nicht so klar getrennt. 

Wir finden uns des Öfteren in Meetings mit verschiedenen Verantwortlichen und Studenten wieder, die selten zu etwas konkretem führen. Manchmal versuchen wir auszubaden, was die Abteilung für Internationales nicht organisiert bekommt und im Moment sind wir drauf und dran unsere ersten eigenen Ideen umzusetzen. 

Es geht uns nicht nur darum, die ausländischen Studenten, die hier sind untereinander zu vernetzen, ihnen Aktivitäten anzubieten und sie zu integrieren, sondern auch, sie präsent zu machen und auch den französischen Studenten mehr Lust zu machen, ins Ausland zu gehen. Unter anderem haben wir während der Einführungswoche eine Stadtführung durch Lille organisiert und das repas international im Oktober umgesetzt. Außerdem haben wir die Idee der Patenschaften zwischen älteren französischen und internationalen Studenten konkretisiert und einen Vertrag festgelegt. Zurzeit sehen wir eine monatliche Ausstellung zu den unterschiedlichen Nationen vor und haben die Ausstellung über Deutschland schon fast beendet. Als nächstes planen wir einige coole Aktionen für die Adventszeit.

Die Bibliothek


Wenn wir nicht im Büro arbeiten, dann arbeiten wir in der kleinen Bibliothek, die vordergründig als Arbeitsraum dient, und machen dabei die Aufsicht. Wir sitzen am Empfang und arbeiten an unseren Projekten und bereiten unseren Unterricht vor. Wir passen auf, dass niemand isst, trinkt oder laut ist, und sind Ansprechpartner fürs Scannen, Drucken, Kopieren und den Verleih von Büchern.


 

Weitere Projekte


Gestern haben wir unsere ersten zwei Englischstunden gegeben. Das Sprachniveau einiger Auszubildenden lässt zu wünschen übrig und die Englischlehrerin hat uns gebeten, ein paar lockere Stunden zu organisieren, in denen die Schüler Spaß haben und gleichzeitig zum Reden kommen, oder auf andere Weise interessierter an der Sprache sind. Wir hatten mit jedem Kurs nur eine Stunde Zeit und haben mit den Schülern Songtexte behandelt und Spiele gespielt. Das hat super funktioniert und ist gut angekommen. Zudem ist vorgesehen, dass wir die Schüler in ihren mündlichen Probeprüfungen abfragen. Ich weiß aber noch nicht, ob ich das auch machen werde, oder ob Pia das alleine machen wird.


Es war außerdem vorgesehen, dass wir noch mehr mit den Auszubildenden arbeiten, in Aktivitäten, die nicht direkt zum Unterricht gehören. Die Verantwortliche dafür, hat sich aber gestern erst bei uns gemeldet. Mal sehen was darauf wird und welche Form das annimmt…


Ein anderes Projekt, das wir ab nächstem Jahr in Angriff nehmen werden, wird ein Projekt zu Nachhaltigkeit, insbesondere in Bezug auf die Universität. Bisher haben wir nur etwas Brainstorming betrieben, aber es gibt so einige Elemente im Unialltag, an denen man in dem Punkt arbeiten könnte.


Ich halte euch auf jeden Fall mal auf dem Laufenden, was aus den einzelnen Projekten wird.


Im Übrigen poste ich ab jetzt nur noch einmal die Woche, in der Regel mittwochs, weil ich mittlerweile weniger zu erzählen habe als am Anfang und auch weniger Zeit.

Mittwoch, 2. November 2016

Herbstsonne in Brügge



Die letzten Tage waren die Uni und das Wohnheim wie ausgestorben, alle hatten Ferien und sind entweder zu ihren Familien oder mit Freunden weggefahren. Wir haben erst überlegt, uns den Brasilianern anzuschließen, die die Tage in Amsterdam verbrachten. Die Idee kam uns aber etwas zu spät und dann waren uns die Preise der letzten freien Übernachtungsmöglichkeiten zu hoch.

Letztendlich haben Charles und ich den Samstag auf Empfehlung seiner Freunde hin  in Brügge verbracht. Wir sind mit Auto gefahren und so waren wir in nur knapp einer Stunde da. Ich kannte Brügge vorher nur vom Namen und konnte mir absolut nichts darunter vorstellen. Aber „Venedig des Nordens“ trifft es wirklich gut. Es hat mir eigentlich sogar besser gefallen als Venedig. Die Stadt wurde nie zerstört, deshalb sind immer noch sehr viele alte Gebäude vorhanden. Wir haben als erstes eine kitschige Bootstour durch die süßen kleinen Kanäle gemacht und so einen ersten Eindruck von der Stadt gewonnen. Anschließend haben wir uns verdammt leckere Pommes gegönnt, obligatorisch für einen Belgienaufenthalt. Den restlichen Tag haben wir damit verbracht, durch die Stadt zu spazieren, über zwei Märkte zu schlendern, die Sehenswürdigkeiten abzulaufen, zwei Kirchen zu besichtigen und uns zu überlegen, ob wir doch noch für 10€ auf den Belfried steigen. Wir haben uns dann aber dafür entschieden, unser Geld lieber wieder in Essen zu investieren und waren noch bei einem Italiener.









Obwohl die Stadt in Flandern liegt, konnten wir mit allen Leuten dort Französisch reden. Und Schriftzüge, die nur auf Niederländisch geschrieben waren, konnte ich auch größtenteils deuten, das ist echt ganz witzig. 

Aber natürlich kann kein Franzose nach Belgien fahren, ohne sich von den Belgiern gehasst zu fühlen. Von drei französischen Autos, die in der Straße geparkt haben, haben alle drei ein Knöllchen bekommen, von den unzähligen belgischen Autos kein einziges. Auch unser Auto hat eines bekommen, während die beiden belgischen Autos vor und hinter uns länger da standen und verschont geblieben sind. Charles hat sich also von den Belgiern gehasst gefühlt und ich war sehr zufrieden über meinen ersten Aufenthalt in diesem Land.